Der Vorstand der Frauen Union Rems-Murr unterstützt den Vorstoß, den Sexkauf anzuprangern und das «Nordische Modell» in Deutschland gesetzlich einzuführen.
«Die coronabedingte Schließung von Bordellen in Baden-Württemberg ist eine perfekte Gelegenheit, das Prostitutionsgesetz zu reformieren, sagt die Kreisvorsitzende der Frauen Union Rems-Murr, Beate Härer.
Das Nordische Modell, wie es erfolgreich in Schweden und anderen europäischen Ländern eingeführt wurde, beinhaltet eine Umkehr der Schuld. Nicht die Prostituierte wird kriminalisiert, sondern der Freier. Das bedeutet, dass der Sexkauf bestraft wird. Ein Ziel ist, das Prostitutionsgewerbe für Zuhälter und Menschenhändler wirtschaftlich unattraktiv zu machen. Weitere wichtige Säulen des Nordischen Modells sind die Aufklärung über Prostitution und Menschenhandel sowie Ausstiegsprogramme für Prostituierte.
«Gerade für uns im Rems-Murr-Kreis ist das Thema Prostitution eines, bei dem wir als Frauen Union besonders kritisch hinschauen», so die Kreisvorsitzende. Schließlich konnten aufgrund von fragwürdigen Gesetzen und Regelungen Etablissements, wie das Fellbacher Flatratebordell entstehen.
Bereits mehrere europäische Länder sind dem Beispiel von Schweden gefolgt. So haben Norwegen, Island, Irland, Nordirland und Frankreich entsprechende Gesetze verabschiedet und das Europäische Parlament hat seinen Mitgliedsstaaten 2014 empfohlen, ein Sexkaufverbot einzuführen. „In den Ländern, die das Nordische Modell eingeführt haben, hat sich die Prostitution nahezu halbiert“, verweist Beate Härer auf empirische Studien.

Die Frauen Union Rems-Murr setzt sich seit Jahren gegen Zwangsprostitution, für eine selbstbestimmte Sexualität, gegen Gentalverstümmelung und gegen Gewalt gegen Frauen ein und informiert mit Veranstaltungen, wie z.B. bei der gesetzlichen Neuregelung „Nein heißt Nein“ im Sexualstrafrecht.

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