CDU Rems-Murr und EAK: David Müller und Markus Grübel berichten über Situation der Christen im Irak

Urbach/Rems-Murr-Kreis. Fanatische IS-Krieger, zerstörte Häuser, geschändete Kirchen, traumatisierte Menschen auf der Flucht. Diese Fernsehbilder aus dem Irak sind in den vergan-genen Jahren in Deutschland angekommen. Auch bei David Müller, Kreis- und Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), mittlerweile Politischer Fürsprecher der ojcos-Stiftung für Religionsfreiheit im Irak, und bei Markus Grübel, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Esslingen und Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit.

Sie haben bei ihren Besuchen im vergangenen Jahr ein differenziertes, aber hoffnungsmachendes Bild erlebt. David Müller und Markus Grübel haben bei der gemeinsamen Veranstaltung des CDU Kreisverbandes Rems-Murr und des Kreisverbandes Rems-Murr des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) „Gibt es eine Zukunft für Christen und religiöse Minderheiten?“ darüber berichtet. Unmittelbar und nicht durch die diplomatische Brille be-trachtet. Die Frage haben beide vor 50 Zuhörern in der Baptisten-Gemeinde Urbach mit einem „Ja, wenn“ beantwortet.

Mitgebracht hatten Sie nicht nur eindrückliche Fotos und authentische Beschreibungen der Situation, sondern den Apell christlicher und jesidischer Verantwortlicher: „Vergesst uns nicht und helft uns, uns selbst zu helfen!“ Für David Müller bedeutet das als Christ nicht nur Hoffnung und Gebet, sondern persönliche Kontakte vor Ort, um Wiederaufbauhilfe zu leisten und Lebensperspektiven für die rückkehrwilligen Flüchtlinge im und außerhalb des Iraks zu entwickeln. Ganz konkret: Sicherheit für Leben und Eigentum, Arbeitsplätze und auch die Freiheit, den christlichen Glauben ausüben zu können.

Religionsfreiheit, in Deutschland im Grundgesetz verankert und eine scheinbare Selbstverständlichkeit, wird in mehr als 130 Ländern der Welt eingeschränkt oder wie im Irak durch den IS brutalst unterdrückt. Seit mehr als 30 Jahren hält der Exodus der Christen im Irak an. Lebten 1997 noch 1,4 Millionen Christen dort, sind es gegenwärtig noch etwa 250.000. Und die Botschaft einiger, die geblieben sind, ist deutlich: „Wenn ihr uns nicht helft, kommen wir zu euch.“

David Müller hat auf seinen beiden Reisen im Frühjahr und Sommer 2018 auch anderes wahrgenommen – vor allem in den christlich geprägten Regionen. Die durch den Wiederaufbau der zerstörten Häuser und die Arbeit lokaler Hilfswerke sichtbare Rückkehr zu einer gewissen Normalität. Eine Normalität, die angesichts der ständig wechselnden Machtverhältnisse, sehr fragil sei. Die durch den Bundestagsbeschluss herbeigeführte Bewaffnung der Peschmergakämpfer habe, so die eindeutige Auffassung von David Müller und Markus Grübel, für eine Stabilität gesorgt und vielen Angehörigen von religiösen Minderheiten das Leben gerettet.

Angesichts der politischen Instabilität, ständig aufflammender innerirakischer Konflikte und fehlender Lebensperspektiven ist Markus Nübel der Ansicht, das christliche Flüchtlinge aus dem Irak noch nicht wieder in ihre Heimat zurückgeführt werden könnten. Gleichwohl sei bei irakischen Konvertiten, die in Deutschland zum christlichen Glauben übergetreten sind, um sich vor der Zurückführung zu schützen, die Glaubwürdigkeit ihrer Überzeugung im Asylverfahren in Frage zu stellen.

Dr. Joachim Pfeiffer MdB , Vorsitzender des CDU Kreisverbandes Rems-Murr betonte vor dem Hintergrund der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung, die er zuvor erlebt hatte, wie wichtig der Austausch auf politischer Ebene sei. Claus Paal MdL, unterstrich, dass mit dem Engagement der Organisatoren der Ver-anstaltung das C in der Partei eine vernehmbare Stimme habe.

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Volker Simon

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